Wenn wir spüren, dass wir gewisse Ängste und Unsicherheiten in unserem Leben haben, tendieren wir oft dazu, diese zu bekämpfen. Wir wollen sie so schnell wie möglich loswerden und möchten uns nicht damit auseinandersetzen. Warum dies jedoch der falsche Weg ist und wie du Selbstmitgefühl entwickelst, um deine Angst zu lindern, erfährst du in diesem Artikel.

 

Was Selbstmitgefühl ist

Ich möchte hier gerne ein Zitat von Kristin Neff anfügen, welches aussagt, was Selbstmitgefühl bedeutet.

“Selbstmitgefühl ist die Fähigkeit, in den Momenten in denen wir leiden, für uns selbst zu sorgen, wie wir es für einen geliebten Menschen tun würden. Zu Selbstmitgefühl gehören ein liebevoller Umgang mit sich selbst, ein Gefühl der menschlichen Zusammengehörigkeit und Achtsamkeit.”

Kristin Neff – Professorin für pädagogische Psychologie

Dieses Zitat beschreibt wunderbar, wie viel Gutes wir uns selbst tun, wenn wir Selbstmitgefühl entwickeln. Sich selbst so zu behandeln, wie wir mit einem geliebten Menschen umgehen würden. Oder auch, wie ein guter Freund mit uns umgehen würde. Wenn du unter deiner Angst leidest, ist es ein wunderbares Werkzeug, dass dir hilft, Verständnis für dich zu entwickeln und gut auf dich zu achten. Selbstmitgefühl ist etwas ganz anderes als Selbstmitleid. Wenn du Selbstmitleid hast, siehst du dich selbst in der Opferrolle und hast den Eindruck, dass du nichts an deiner Situation ändern kannst. Du bist ihr hilflos ausgeliefert. Durch Selbstmitgefühl jedoch, bist du in der Lage, liebevoll mit dir selbst umzugehen und achtsam die nächsten Schritte in die Wege zu leiten.

 

Wieso soll ich Selbstmitgefühl entwickeln, wenn ich meine Angst doch nur loswerden will?

Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie belastend und schmerzhaft Ängste sein können. Sie verändern dein ganzes Leben. Je nach dem, wie intensiv du sie erlebst, können sie Beziehungen, Freundschaften und den Job gefährden. Ich selbst habe durch meine Angst, beinahe alles verloren. Es ist also ganz normal, wenn du diese blöde Angst einfach weghaben willst. Sie soll so schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen ist. Meistens von einem auf den anderen Tag. Doch wenn dich die Angst bereits länger begleitet, dann weisst du auch, dass sie nicht einfach so wieder geht. Selbst dann nicht, wenn du sie versuchst zu ignorieren oder dagegen ankämpfst. Denn durch den Kampf verstärkst du deine Angst höchstens.

Ich habe alles Mögliche ausprobiert, von Verhaltenstherapie über Homöopathie etc., doch das einzige was mir wirklich geholfen hat, war Verständnis für mich zu entwickeln. Was ich dazumal aus einem Instinkt heraus gemacht habe, hat sich später in meiner Ausbildung zur körperzentrierten Psychologischen Beraterin, als das einzig richtige herausgestellt. Verhaltenstherapeuten, würden mir da jetzt bestimmt widersprechen. Doch ich weiss, was mir und vielen Frauen, die ich bisher begleitet habe, geholfen hat. Erst das Selbstmitgefühl, hat dazu geführt, dass ich mich Entspannen konnte. Der Kampf war vorbei und somit wurde der Weg zur Heilung frei.

 

Nur so bekommst du deine Ängste in den Griff

Ich begleite Frauen in meinen Beratungen, hin zu mehr Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein, stets über den Weg des Selbstmitgefühls und der Wertschätzung für sich selbst. Nur so, kannst du deine Ängste wirklich in den Griff bekommen. Etwas ganz Wichtiges, was ich mit der Zeit verstanden habe war, dass ich mehr loslassen und vertrauen darf. Und glaube mir, ich bin heute noch dran. Doch es gelingt mir immer besser und besser. Ich bin ganz und gar nicht gegen die Verhaltenstherapie und ihren Ansatz, dass wir uns mit unserer Angst konfrontieren. Doch ich bin überzeugt davon, dass dies erst funktioniert, wenn wir verstanden haben, dass es wichtig ist, die Angst zu akzeptieren und sie anzunehmen.

Vielleicht sträubt sich alles in dir, wenn du nur daran denkst. So als müsstest du die Angst, wie einen Freund bei dir zu Hause willkommen heissen. Ja ich weiss, dass dieser Gedanke nicht einfach ist, weil du deine Angst leid bist. Doch genau auf diesem Weg, wird sie weniger. Vielleicht gelingt es dir auch, sie dadurch ganz loszulassen. Schlussendlich bleibt dir doch sowieso nichts anderes übrig. Denn deine Angst ist nun einmal da, ob du sie willst oder nicht. Dennoch muss das nicht so bleiben. Mit Selbstmitgefühl und Verständnis, kannst du dich immer mehr davon lösen. Weisst du warum? Weil es damit so viel leichter wird. Plötzlich kannst du dich zurücklehnen, tief Luft holen und entspannen. Gekämpft hast du bestimmt schon genug. Gehe wertschätzend mit dir um. Ganz egal, weshalb du Ängste hast.

 

Dein Weg zu mehr Selbstmitgefühl

Nimm deine Angst an. Schau liebevoll auf dein bisheriges und dein jetziges Leben. Versuche so gut es für dich gerade geht, zu verstehen, weshalb du diese Angst entwickelt hast. Setz dich auf keinen Fall erneut unter Druck. Versuche nicht krampfhaft nach den Gründen zu suchen, wenn du sie nicht findest, ist das völlig okay. Dann leg einfach deine Hand auf dein Herz und sag dir selbst: «Ich weiss, dass es gerade schwierig für mich ist und zeige deshalb Verständnis für mich und meine momentane Situation.» Atme dreimal tief ein und aus. Mit jedem einatmen spürst du, wie du mehr Verständnis und Selbstmitgefühl für dich erhältst.

Du meisterst dein Leben so gut. Auch wenn du Ängste hast. Die hast du ja nicht einfach so. Es gab in deinem Leben einen oder mehrere Momente, die dich aus der Bahn geworfen haben. Situationen, in denen du dich hilflos oder ausgeliefert gefühlt hast. Wertschätze dich doch einmal selbst dafür, dass du so stark bist und nach Wegen suchst, wie du deine Angst überwinden kannst. Ich freue mich, dass du auf diesem Weg bist und ich bin mir sicher, du findest die Antworten, die du suchst. Hab Vertrauen, zumindest ein wenig und lass so gut es geht los. Sag dir selbst: «Es ist ok so, wie es im Moment ist, ich nehme mein Leben so an, wie es ist.»

Spürst du bereits, wie sich etwas in dir löst? Fühlst du dich ein wenig leichter? Mit solchen Selbstgesprächen und Sätzen hilfst du dir selbst. Du nimmst den Druck raus und entspannst dich ein wenig. Steh mit diesen Gedanken morgens auf. Klebe dir Post-its an den Spiegel im Badezimmer, auf denen du schreibst, dass du Verständnis für dich hast, dass du dich so wertschätzt, wie du bist und mitfühlend mit dir umgehst. Denn das ist der beste Weg, wie du deine Ängste loslassen kannst. Natürlich ist das erst der erste Schritt. Doch dieser eine Schritt bewirkt schon unglaublich viel. Denk dran, ich spreche aus eigener Erfahrung. Es ist so wertvoll und wichtig, dass du achtsam und liebevoll mit dir selbst umgehst. Denn was du liebevoll annehmen kannst, löst sich viel leichter.

 

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Einen weiteren Artikel zum Thema: Angst überwinden, findest du hier.