Negative Gefühle gehören zum Leben dazu. So ist es nun einmal, ob wir dies akzeptieren wollen oder nicht. Doch der Umgang damit, muss nicht so schwierig sein, wie du bis anhin dachtest. In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, wie du achtsam und mitfühlend mit negativen Gefühlen umgehst und dadurch entspannter und gelassener durchs Leben gehst.

 

Wie entstehen negative Gefühle?

Zum einen entstehen negative Gefühle durch unsere Gedanken. Was wir denken, fühlen wir. Alles beginnt in den Gedanken. Soweit so gut. Dies bringt uns die Psychologie bei. Ich möchte aber nicht bei diesem Gedanken bleiben. Denn negative Gefühle, entstehen oft auch durch belastende Umstände. Natürlich kann jeder entscheiden, wie er oder sie auf diese Situationen reagieren möchte, dennoch ist nicht alles kontrollierbar. Manchmal ist man einfach traurig, ängstlich oder wütend. Und ich bin der Meinung, dass genau das zum Leben dazu gehört. Denn sind es nicht erst die negativen Gefühle, die uns die positiven wieder intensiver wahrnehmen lassen?

Nach jeder Talfahrt, geht es auch wieder bergauf. Doch bis es soweit ist, lasst uns diese negativen Gefühle akzeptieren und Verständnis für sie zeigen. Je weniger du negative Gefühle von dir wegdrängst, desto leichter fühlst du dich. Wir sind alles nur Menschen und es ist menschlich, traurig, wütend oder ängstlich zu sein. Erst deine Ablehnung lässt die negativen Gefühle zur Belastung werden.

Wir wissen nun, dass negative Gefühle zum einen aus den Gedanken und zum anderen aus belastenden Situationen entstehen. Ebenfalls ist klar, dass negative Gefühle erst belastend werden, wenn wir sie ablehnen oder gegen sie ankämpfen. Nun möchte ich dir aufzeigen, wie du achtsam und mitfühlend mit deinen negativen Gefühlen umgehen und dadurch gelassener durchs Leben gehen kannst.

 

Gehe achtsam und mitfühlend mit negativen Gefühlen um

Erst vor kurzem, war ich sehr traurig. Ich durchlebte einige schwierige Momente und ich entschied mich die Trauer zu fühlen und ihr Raum zu geben. Hierfür möchte ich dir gerne eine Übung vorstellen, welche mich dabei sehr unterstützt hat. Probiere es aus, wenn du traurig, ängstlich oder verzweifelt bist und spüre, wie sich deine Trauer, deine Angst und Verzweiflung viel rascher auflöst, als du es für möglich hältst.

 

Übung – Dem negativen Gefühl Raum geben

Setz dich bequem hin und spüre einmal wo sich dein negatives Gefühl im Körper befindet. Ist es im Kopf? Im Hals? Im Bauch? Beschreibe das negative Gefühl. Wie fühlt es sich an? Stechend, drückend oder einengend? Schenke diesem Gefühl einen Moment deine Aufmerksamkeit. Wenn Widerstand in dir hochkommt, nimm ihn wahr. Es ist normal, dass dich dies etwas überfordert. Wahrscheinlich möchtest du sonst, negative Gefühle sofort wieder loswerden und sie nicht fühlen. Deshalb überfordere dich nicht, doch lass zumindest ein wenig zu, dass du die negativen Gefühle in deinem Körper spürst und wahrnimmst.

Sobald du Kontakt dazu aufgenommen hast und das negative Gefühl in deinem Körper wahrgenommen hast, schicke so viel Mitgefühl wie du kannst an diesen Ort. Sprich dann liebevoll mit dir und zeige Verständnis. Du kannst z.B. sagen: «Es ist gerade echt schwer ist. Das Leben ist gerade schwer zu ertragen.» Oder «Ich verstehe, weshalb ich bisher gegen meine negativen Gefühle ankämpfe, es fühlte sich einfach stets zu überwältigend an.» Und dann stell dir vor, wie du diese Stelle streichelst. So als würdest du einem weinenden Kind den Kopf streicheln. Sag dir selbst, dass alles okay ist und dass alles wieder gut wird. Gib dem negativen Gefühl den Raum, den es jetzt gerade braucht. Wenn du traurig bist, dann weine. Lass alle Gefühle zu, die in dir auftauchen und gib ihnen den Raum, den sie brauchen. (Hierbei finde ich es besonders wertvoll, wenn du dir bildlich vorstellst, wie sich das Gefühl in deinem Körper ausdehnt. Beobachte es so lange, bis es sich auflöst.)

Achte dich nun darauf, was sich verändert. Lässt der Schmerz, der Druck oder die Enge nach? Wie fühlt sich dein Körper an? Ist er entspannter, ruhiger und gelöster? Fühle nach, wo du dies in deinem Körper wahrnimmst und wenn du soweit bist, strecke dich und lass diese Übung langsam los. Wie ist es dir mit der Übung ergangen? Schreib es mir gerne in die Kommentare.

 

Es ist alles okay, so wie es ist

Bestimmt geht es dir auch oft so, dass du all die tollen Posts auf Instagram oder Facebook siehst und dann einen Blick auf dein Leben wirfst, welches sich sogleich noch schwieriger anfühlt. Glaube nicht alles was du siehst oder hörst. Und vor allem, musst du nicht so sein wie die anderen. Erlaube dir selbst, so zu sein, wie du bist. Wenn du tiefgründig bist, viel nachdenkst und emotional bist, dann geniesse das. Dein Leben wird dann wahrscheinlich nie so locker flockig sein, wie das der anderen. Ob deren Leben wirklich so locker und leicht ist, ist eine andere Frage. Doch darum soll es jetzt nicht gehen.

Durch deine Sensibilität und Tiefgründigkeit, besitzt du stattdessen ein unfassbar reiches Innenleben. Du bist auch nicht allein damit. Neben mir, geht es ganz vielen Menschen genauso und weisst du was ich stets daran mochte? Ich mochte meinen Hang zur Melancholie. Das Wort passt ja auch irgendwie zu meinem Namen. Ich mag meine Tiefgründigkeit und dass ich nicht darauf aus bin, möglichst viel zu erleben, um zufrieden zu sein.

 

Nimm dich so an wie du bist, mit all deinen Gefühlen und Eigenschaften

Auch du darfst deinen Charakter und deine Art immer mehr schätzen lernen. Freunde dich mit dir selbst an. Du bist absolut okay, so wie du bist. Du bist mehr als okay. Vielleicht bist du jemand, der viel Negatives erlebt hat und deshalb negative Gefühle sehr gut kennt. Zeige Verständnis für dich und deine Vergangenheit und gib dir Zeit für Heilung. Wenn dir die negativen Gefühle zu viel werden, keine Sorge, das kann sich ändern. Ich unterstütze dich gerne dabei, wenn du dies möchtest. Doch in erster Linie, nimm es an, dass du genauso bist, wie du bist. Menschen wie dich, braucht es auf dieser Welt. Menschen, die einen grossen Erfahrungsschatz besitzen und vieles durchlebt haben.

Solltest du zwischendurch von negativen Gefühlen überwältigt sein, dann mach die vorherige Übung und lass es zu, dass du dich so fühlst. Nimm die Gefühle wahr, spüre nach, wo sie sich in deinem Körper befinden und lasse sie zu. Wenn du sie gefühlt hast, werden sie sich langsam wieder auflösen. Gib dir die Zeit, die du brauchst. Mache alles in deinem eigenen Tempo. Dies bezieht sich übrigens nicht nur auf die negativen Gefühle, sondern auf das Leben im Allgemeinen. Entscheide selbst, wie viel Zeit du dir nehmen möchtest und wie viel Zeit du brauchst. 

 

Gib den negativen Gefühlen bewusst Zeit und Raum

Nimm dir täglich mindestens einen Moment Zeit, um achtsam auf deine Gefühle zu achten. Fühle sie und gib ihnen Raum. Wusstest du, welch heilsame Wirkung Tränen haben? So lange du fühlst, ist alles okay. Tränen sind ein Weg deiner Seele, um sich von Belastungen zu befreien und zu heilen. Es gibt Zeiten, in denen sie häufiger auftauchen und andere in denen sie dir fernbleiben. Das wichtigste ist, dass du für dich entscheidest, alle Gefühle anzunehmen und gut mit ihnen umzugehen. Es wird dir nicht immer gleich gut gelingen, doch dies spielt keine Rolle. Deine bewusste Entscheidung dafür, ist das was zählt und dass du so achtsam und mitfühlend mit dir und deinen Gefühlen umgehst, wie es geht.

Denke immer daran, dass es nicht darum geht, dass du in negativen Gefühlen versinkst. Das bringt nichts und ist kontraproduktiv. Es geht lediglich um etwas Zeit, die du deinen negativen Gefühlen widmest, damit sie den Raum bekommen, den sie sowieso brauchen. Der springende Punkt ist der: Wenn du dir bewusst 10 Minuten am Tag Zeit nimmst, um Trauer, Wut oder Angst zu spüren, hast du die restliche Zeit, die Ruhe und Leichtigkeit nach der du dich sehnst. Denn nur wenn wir uns die Zeit nicht geben, drängen sich die negativen Gefühle in uns hoch. Aus dem einfachen Grund, weil sie gefühlt werden möchten. Dann geschieht es, dass du ständig daran denkst und traurig, ängstlich oder wütend bist. Doch wenn du dir selbst und deinen negativen Gefühlen, etwas Zeit gibst, wirst du sehen, wie viel leichter du dich fühlst.

 

Komme in Kontakt mit den negativen Gefühlen und lasse dadurch wieder mehr Leichtigkeit zu

Es kann dir helfen, wenn du mit den negativen Gefühlen sprichst. So seltsam sich dies für dich jetzt auch anhören mag. Nehmen wir einmal an, du hast Angst. Nun kann es sein, dass sie sich wieder einmal unaufgefordert in deinen Gedanken, deinen Gefühlen oder deinem Körper zeigt, obwohl du dir Zeit nimmst, um die Angst zu fühlen, ihr Raum zu geben und sie nicht von dir zu drängen oder gegen sie anzukämpfen. Dann sprich mit ihr und sag ihr, dass du ihr später den Raum gibst, in welchem sie sich zeigen darf. Für den Moment möchtest du dich auf andere Dinge konzentrieren, doch du kommst dann später auf sie zurück. Achte einmal darauf, was geschieht, wenn du so mit deiner Angst oder anderen negativen Gefühlen sprichst. Bestimmt wirst du spüren, dass du dich viel leichter davon lösen kannst und nicht in einen Strudel von Angst oder anderem gerätst.

In der Zeit, in der du dich nicht bewusst den negativen Gefühlen widmest, lasse wieder mehr Leichtigkeit zu. So wichtig es auch ist, achtsam mit deinen negativen Gefühlen umzugehen, so wichtig ist es auch, dass die positiven nicht zu kurz kommen. Dass Freude, Spass und Leichtigkeit ihren Platz finden. Gerade in schwierigen Zeiten, ist dies umso wichtiger. Achte dich darauf, was dir Freude macht. Mir selbst hilft in solchen Zeiten die Natur. So oft es geht, bin ich dann draussen und tanke dadurch neue Kraft. Für viele ist die Natur etwas sehr Wertvolles. Vielleicht ist es für dich etwas anderes. Was auch sehr gut tut, ist Kontakt zu Freunden oder zur Familie. Wichtig ist, dass du immer wieder rauskommst. Aber dir genauso Zeit nimmst, um dich zu entspannen, zu lesen, ein schönes Bad zu nehmen, oder was auch immer, dir gerade guttut.

 

Möchtest du Unterstützung dabei?

Lass mich gerne wissen, wenn du dir Unterstützung wünschst. Hierüber kannst du dir ein kostenloses Erstgespräch buchen, wenn du jetzt bereit bist, etwas an deiner Situation zu verändern. Falls du vor allem unter Ängsten und/oder Panikattacken leidest, lade dir gerne meinen kostenlosen E-Mail Kurs: 7 Tipps für einen leichteren Umgang mit deiner Angst und Panik, herunter. Hinterlasse mir auch gerne einen Kommentar, wie es dir mit der Übung ergangen ist und was du für dich mitnimmst.

Ich wünsche dir viel Kraft und Mut, um achtsam mit deinen Gefühlen umzugehen.

Alles Liebe,
Melanie