Die Angst alleine zu sein, ist heutzutage sehr verbreitet. Ganz vielen Menschen geht es so. Wenn wir uns unsere heutige Gesellschaft anschauen, ist dies auch nicht verwunderlich. Wir sind viel unabhängiger. Beziehungen werden rascher beendet, Freunde kommen und gehen, die sozialen Netzwerke tun ihr übriges. In diesem Artikel möchte ich dir Wege aufzeigen, was du gegen deine Angst alleine zu sein, tun kannst und wie du glücklicher wirst, selbst wenn du einmal allein bist.

 

Wie entsteht die Angst vor dem Alleinsein?

Dies ist ganz individuell, jedoch ist es häufig so, dass die Angst alleine zu sein, ihren Ursprung in der Kindheit hat. Durch frühe Verlusterfahrungen oder Vernachlässigung seitens der Eltern, entsteht die Autophobie, die Angst alleine zu sein. Indem ein Kind erlebt, wie es in schwierigen Momenten allein gelassen wird oder einfach zu wenig beachtet wird, entwickelt es eine Abneigung gegen das Alleinsein. Gerade als Kind, sind wir auf unsere engsten Bezugspersonen, in der Regel sind dies die Eltern, angewiesen. Wir sind noch Abhängig von ihrer Fürsorge und brauchen sie, um zu überleben.

Wenn wir nun in unserer Kindheit, vor allem in der frühen Kindheit erfahren, dass wir uns nicht auf unsere Eltern oder unser Umfeld verlassen können, fühlt sich das schrecklich und bedrohlich an. Daraus entwickeln wir später eine Verlustangst. Dies äussert sich dann später in unseren Beziehungen zum Partner/Partnerin oder auch bei engen Freunden und Familie. Wir tun alles dafür, nicht verlassen zu werden und somit der Angst alleine zu sein, keinen Raum zu geben. Dies ist die häufigste Ursache, weshalb wir eine Autophobie entwickeln. Es gibt allerdings noch eine andere.

In manchen Fällen entwickelt sich die Angst vor dem Alleinsein aus einer überbehüteten Kindheit heraus. Dies geschieht, wenn die Eltern überfürsorglich, dem Kind alles abnehmen möchten und es so zu sehr behüten und beschützen. Das Kind hat gar keinen Raum, um eigene Erfahrungen zu machen und sich auch mit sich selbst zu beschäftigen. Dies führt dazu, dass sie auch in späteren Jahren, nicht viel mit sich anzufangen wissen und immer jemanden brauchen, der ihnen vorgibt, was sie tun sollen. Wenn sie allein sind, verspüren sie oft eine innere Leere. Da sie nie etwas alleine machen mussten und damit nichts anfangen können. Sie haben nicht gelernt selbstständig zu sein, auf sich zu schauen und ihren eigenen Weg zu gehen. Stattdessen war immer jemand (meistens die Eltern) da, um sich um sie zu kümmern. Zu viel Fürsorge schadet dem Kind genauso, wie unterlassene Fürsorge.

 

Die Angst alleine zu sein und ihre Symptome

Betroffene schrecken davor zurück, Entscheidungen alleine zu treffen. Sie haben regelrecht Angst davor, denn ihre Entscheidungen könnten Konsequenzen nach sich ziehen, durch die sie danach wieder alleine dastehen. Sie haben in der Regel ein geringes Selbstwertgefühl und sind im Allgemeinen eher ängstlich. Dies hängt damit zusammen, dass sie oft ihren Wert nicht erkannt haben. Ihr Selbstwert wird gestärkt, wenn sie Menschen um sich haben, die sie wertschätzen. Doch sobald sie alleine sind, verringert sich ihr Selbstwert und sie fühlen sich einsam und ungeliebt.

Menschen die unter der Autophobie leiden, können das Alleinsein nur schwer ertragen, für manche steigert sich die Angst bis zu einer Panikattacke. Manchmal ist auch die Angst dahinter, dass niemand ihnen hilft, wenn etwas passieren sollte. Dadurch halten sie sich mit den Gedanken, oft in der Zukunft auf. Sei dies nun, weil sie Angst um die Beziehung haben, dass sie jemand verlässt oder sie bei einer Krankheit allein gelassen werden. Es braucht nur eine kleine Veränderung in der Beziehung und sie bekommen Angst, dass etwas nicht stimmt und der Partner sie bestimmt bald verlassen wird.

Dadurch lassen sie sich auch oft ausnützen, denn nichts ist für sie schlimmer, als die Angst alleine zu sein und verlassen zu werden. Was absolut verständlich ist, weil sie nie gelernt haben, dass sie auch alleine gut zurechtkommen. Durch das sind sie oft unsicher und trauen sich wenig zu. Vor allem wenn es darum geht, dass sie Aufgaben alleine bewältigen sollen. Je nach dem wie stark die Angst ausgeprägt ist, kommen körperliche Symptome dazu. Dazu gehören Schwindel, Herzrasen, Benommenheit, Zittern oder Schweissausbrüche. Im nächsten Abschnitt zeige ich dir, was du gegen deine Angst alleine zu sein, tun kannst und wie du dir selbst helfen kannst.

 

Folgendes kannst du gegen deine Angst alleine zu sein tun

Wenn du den vorhergehenden Text gelesen hast, wirst du wissen, wie stark deine Angst vor dem Alleinsein ist. Sollte sie sehr ausgeprägt sein und belastet sie dich im Alltag, möchte ich dir ans Herz legen, dies in professioneller Begleitung aufzuarbeiten. Oft steht hinter einer starken Angst ein unverarbeitetes Trauma, das gelöst werden kann. Melde dich gerne bei mir und ich unterstütze dich dabei, deine Angst alleine zu sein, zu überwinden. Damit du aber bereits jetzt damit starten und dich selbst dabei unterstützen kannst, deine Angst in den Griff zu bekommen, möchte ich dir ein paar Tipps mit auf den Weg geben. Ich bin überzeugt davon, dass es so wichtig ist, Selbstwirksam zu sein und indem du dich mit dir und deiner Angst auseinandersetzt, wird sie immer kleiner werden.

 

Lerne dich besser kennen

Nimm dir Zeit für dich und geh in die Stille. Setz dich mit einem weissen Blatt Papier an den Tisch und frage dich selbst, warum es dir schwerfällt, alleine zu sein. Ist es, dass du nicht weisst, was du tun sollst? Oder fehlt es dir, wenn niemand da ist, mit dem du sprechen kannst? Hast du Angst davor, welche Gedanken oder Gefühle in dir hochkommen, wenn du alleine bist? Zum einen bin ich mir sicher, dass du stärker bist, als du denkst und zum anderen, hast du nichts zu verlieren. Probiere es aus. Und bleib offen für das was sich zeigen mag. Höre auf dein Bauchgefühl und sei so neugierig wie ein Kind, dass das erste Mal etwas ausprobiert.

 

Hab Verständnis für dich

Im ersten Teil des Blogartikels habe ich beschrieben, weshalb viele Menschen eine Angst vor dem Alleinsein entwickeln. Vielleicht wurdest du früher zu stark umsorgt oder du hast dich oft allein oder vernachlässigt gefühlt. Es kann auch sein, dass du dies nicht mehr so genau weisst. Wichtig ist, dass du Verständnis für dich und deine Angst hast. Wie du nun weisst, stammt deine Angst alleine zu sein aus einer Erfahrung. Du hast etwas erlebt, dass dir das Gefühl gibt, dass du alleine nicht zurechtkommst.

Deshalb zeige Verständnis für dich. Nimm deine Angst an und bekämpfe sie nicht. Sie ist da, um dich auf etwas aufmerksam zu machen und verhilft dir dazu, dass du neue Schritte gehst, dich damit auseinandersetzt und wächst. Wie kannst du dies tun? Indem du dir jedes Mal, wenn deine Angst auftaucht sagst: «Ich verstehe mich, ich weiss, weshalb es mir schwerfällt alleine zu sein und deshalb gehe ich heute besonders liebevoll mit mir um.» Atme tief durch und sprich dir auch immer wieder Mut zu. Glaube daran, dass du es schaffst alleine zu sein und dass du alles in dir trägst, was du dazu benötigst.

 

Setz dich in kleinen Schritten mit deiner Angst alleine zu sein, auseinander

Nimm wirklich nur kleine Schritte, denn eine Überforderung verstärkt deine Angst nur. Versuche Zeit mit dir allein zu verbringen, am Anfang ist es vielleicht nur eine Stunde. Wenn es dir noch grosse Angst macht, niemanden um dich zu haben, dann lege fest, was du in dieser Stunde machen möchtest. Du könntest ein Buch lesen, Musik hören, in der Natur spazieren gehen usw. Such dir etwas aus, dass dir Freude macht und geniesse diese Zeit mit dir, so gut es geht. Wenn dies gut geht, kannst du das nächste Mal mehr Zeit allein verbringen. Sollte dir dies doch zu lang sein, dann verkürze die Zeit wieder. Pass es so für dich an, damit du dich wohl fühlst.

Wenn du diese 3 Tipps beherzigst und dich immer wieder mit dir und deiner Angst auseinandersetzt, wird sie Schritt für Schritt kleiner werden. Solltest du jedoch spüren, dass du es alleine nicht hinbekommst, bin ich sehr gerne für dich da. Zögere nicht, mich zu kontaktieren und ich unterstütze dich sehr gerne dabei.

 

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